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Vom Raspberry Pi zum Micro-Grid: zehn Jahre Fruittuin van West

Von Relais auf einer Holzplatte zum EMS-gesteuerten Micro-Grid — zehn Jahre Arbeit an einem Energiesystem.

Vor zehn Jahren hängte ich einen Raspberry Pi in einen Zählerschrank in Amsterdam. Kein Produktplan, keine Roadmap — es gab einen Betrieb mit einem praktischen Problem, und ich wollte es mit dem lösen, was da war: Relais und Verdrahtung auf einer Holzplatte, daneben ein kleiner Computer als Webserver.

Dieser Betrieb ist der Fruittuin van West: ein Bio-Obsthof am Rand von Amsterdam, wo sich Café, Laden, Kühlung, Chicorée-Anbau und ein Wohnhaus einen Hof teilen. Auf dem Papier sind das fünf getrennte Verbraucher. In der Praxis ist es ein Energiesystem: Wo die Kühlung Wärme abgibt, wächst der Chicorée auf dieser Restwärme, und was das eine Gebäude übrig hat, kann das andere nutzen.

Diesen Zusammenhang sieht man erst, wenn man alle Ebenen selbst in der Hand hat. Ich habe dort über die Jahre die Leitungen verlegt, die Verteiler gebaut, die Elektrik angeschlossen und die Steuerung geschrieben. Nicht weil alles von einer Person gemacht werden muss, sondern weil die interessanten Probleme genau an den Nahtstellen sitzen: zwischen Maschinenbau und Elektrik, zwischen Installation und Software. Wer nur eine Ebene bearbeitet, sieht die Naht nie.

Die Holzplatte mit Relais ist längst ersetzt. Was heute dort hängt, ist das Homer EMS: selbst entworfene Platinen, die messen und schalten, Software, die vollständig lokal läuft. Das System lädt Gabelstapler und Golfwagen des Betriebs in den günstigsten Stunden des Tages — der Strompreis unterscheidet sich je Stunde, und einem Gabelstapler ist es egal, wann er lädt, solange er bereitsteht, wenn die Arbeit beginnt.

Der nächste Schritt steht bereit: vierhundert Solarpaneele und große Batterien, unter Regie desselben Systems. Dann ist der Hof keine Ansammlung von Netzanschlüssen mehr, sondern ein Micro-Grid, das selbst erzeugt, speichert und intelligent verbraucht.

Zehn Jahre täglicher Betrieb sind ein strengerer Test als jede Demo. In diesen Jahren ist einiges kaputtgegangen, falsch eingestellt gewesen und neu gebaut worden — und genau daraus entsteht ein System, dem man zu vertrauen wagt. Beweise statt Versprechen.

Stößt Ihr Betrieb an die Grenzen seines Netzanschlusses?